Wege aus der Finanz- und Wirtschaftskrise: Politische Weichenstellungen

Aufsatz von September 2011

In diesem Aufsatz werden dramatische, an die Wurzeln unseres Wirtschaftssystems gehende politische Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Einführung einer Vermögenssteuer in Höhe von 3% des Verkehrswertes auf nicht selbst genutzten Grund und Boden sowie Immobilien.
  • Einführung einer Vermögenssteuer in Höhe von 3% des Verkehrswertes auf Anteilsbesitz an Unternehmen in Händen von Menschen, die nicht im Unternehmen mitarbeiten.
  • Einführung von Freigeld, alterndem Geld oder Durchhaltekosten auf Geld.

Diese Maßnahmen sind in den Augen des Autors der einzige Weg, unsere freiheitliche Marktwirtschaft aufrecht zu erhalten. Denn die derzeit bestehenden Trends zu immer stärkerer Ungleichverteilung und Vermachtung der Wirtschaft stellen die Grundpfeiler und die Stärken einer freien Marktwirtschaft fundamental in Frage. Kapital konzentriert sich seit mindestens 30 Jahren in immer weniger Händen, viele Länder bewegen sich immer mehr hin zu einer Plutokratie, der Geldherrschaft von wenigen Menschen über die große Mehrheit der Bevölkerung. Kapital und Güterfehlallokation in größtem Umfang weltweit, krebsartige Strukturen in einer Vielzahl von Märkten, soziale Verwerfungen und eine kommende dramatische Bereinigung dieser ganzen Missstände in Form einer Weltwirtschaftskrise sind die Folgen dieser Entwicklungen.

Eine freie Marktwirtschaft mit ihrer effizienten Güterallokation setzt freien Wettbewerb zwischen gleichberechtigten Partnern voraus. Dies ist jedoch auf Grund der immer weiter gehenden Konzentration von Macht in wenigen Händen immer weniger gewährleistet. Und gerade dadurch wird unserem freiheitlichen Wirtschafts- und Rechtssystem zunehmend der Boden entzogen.

Die Maßnahmen sollen entgegenwirken Forderungen aller Arten von Kommunismus nach Vorbild der ehemaligen unmenschlichen Sowjetunion, der Menschen verachtenden DDR oder des mensch- und umweltverachtenden kommunistischen Chinas. Das freie Unternehmertum, Eigeninitiative sowie das Eigentum an Produktionsmitteln sollen gerade durch die in diesem Aufsatz geschilderten Maßnahmen erhalten und gefördert werden. Lediglich die Auswüchse, der Missbrauch von Kapitalmacht, die Anhäufung unverhältnismäßig hoher Kapitalsummen und damit Machtmittel in den Händen von wenigen Menschen, die gerade das freie Unternehmertum untergräbt, soll durch die hier geschilderten Maßnahmen verhindert werden.

 

Hintergründe der aktuellen Finanz und Wirtschaftskrise

Keine Therapie ohne Diagnose: Um die erforderlichen politischen und sozialen Weichenstellungen zu erkennen, sollen nochmals in Kürze die hierfür relevanten Krisenursachen analysiert werden.

Hauptursache der derzeitigen finanziellen und wirtschaftlichen Verwerfungen war das in den letzten Jahrzehnten sehr hohe Angebot an Kapital, das weltweit zu niedrigen Zinsen geführt hat. Die niedrigen Zinsen führten einerseits zu hohen Investitionen in praktisch alle Arten von Anlageobjekten: private und Gewerbeimmobilien, Unternehmensanteile (Aktienbörsen, Private- Equity, Mergers & Akquisitions etc.), Rohstoffe (Erdöl, Kupfer etc.), Nahrungsmittel, Gold, aber auch in reale Produktionsanlagen wie Maschinen, Produktionsgebäude und Infrastrukturanlagen.

Auf der anderen Seite nahmen auf Grund der niedrigen Zinsen und des reichlichen und einfach zu erhaltenden Angebots an Bankkrediten viele private Haushalte, aber auch Regierungen und Unternehmen hohe Kredite auf. Diese Überinvestitionen auf zahlreichen Wirtschaftsgebieten sowie die zu hohen Kredite bei vielen Schuldnern stellen den Kern der derzeitigen Krise dar, denn diese Fehlentwicklungen müssen nun bereinigt werden. Der größte Teil der realwirtschaftlichen Bereinigung steht dabei noch bevor.

Die zentrale Frage für die Erklärung der Krise lautet daher: woher kamen die niedrigen Zinsen der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte? Die Antwort hierauf lautet: aus der gestiegenen Ungleichverteilung weltweit, die durch zahllose Statistiken zu belegen ist. Was bedeutet steigende Ungleichverteilung, jenseits der moralischen Frage, rein ökonomisch? Die Sparquote der wohlhabenden privaten Haushalte ist deutlich höher als diejenige bei ärmeren Haushalten. Steigt die Ungleichverteilung, so steigt auch die Sparquote in dem betreffenden Land und damit das Angebot an anzulegendem Kapital und somit fallen die Zinsen. Genau dies trat in den letzten Jahrzehnten in fast allen Ländern der Erde ein.

Auf nationaler Statistikebene muss dies nicht zwangsläufig in Form einer steigenden gesamtwirtschaftlichen Sparquote sichtbar werden, wie man z.B. an Hand der USA zeigen kann. Die erhöhte Ersparnisbildung bei den wohlhabenden Privathaushalten kann mit erhöhter Verschuldung bei den ärmeren Haushalten einhergehen, so dass man die Veränderungen des Sparverhaltens in einem Land von außen nicht sieht. Der ökonomische Effekt der erhöhten Ersparnisbildung bei den wohlhabenden Privathaushalten ist dennoch wirksam. Weltweit betrachtet hat ein zunehmendes Kapitalangebot über niedrigere Zinsen zu höheren Investitionen auf praktisch allen Ebenen geführt.

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